Am 15. Oktober fand eine großangelegte Alarmübung für die Abschnittsführungsstellen (kurz AFüSt) im Kreis Plön statt. Abschnittsführungsstelle – wat is dat nu allwedder? Im Regelbetrieb werden Notrufe über die Telefonnummer 112 von der Integrierten Regionalleitstelle Mitte (IRLS) in Kiel entgegengenommen. Die IRLS alarmiert die zuständige örtliche Feuerwehr und disponiert und begleitet die Einsätze bis zum Einsatzende.
Kommt es zu großflächigen Unwetterlagen, wie etwa einem Orkan oder ein Starkregenereignis, so sind in kurzer Zeit sehr viele Notrufe zu bearbeiten und viele Einsätze zu koordinieren. Die Leitstelle Mitte ist allein im Kreis Plön für knappe 100 Feuerwehren zuständig, die bei solchen Ereignissen alle zeitgleich im Einsatz sind – die IRLS kann dadurch schnell an ihre Grenzen kommen.
Die Abschnittsführungstelle (AFüSt)
Um in solchen Fällen die Leitstelle zu entlasten, werden zusätzlich „regionale Minileitstellen“, die Abschnittsführungsstellen, aktiviert. Bei uns im Kreis Plön gibt es in jedem Amt und jeder amtsfreien Gemeinde oder Stadt eine solche AFüSt.
Aufgaben & Ziele
IRLS Mitte
EntlastungEntlastung
Entlastung der IRLS Mitte im Bereich der Disponierung von Einsatzkräften in den Schadensgebieten
Funkverkehr
EinschränkungEinschränkung
Einschränkung Funkverkehr: Abarbeitung von Einsätzen höherer Priorität (Feuer, Menschenleben in Gefahr etc.).
Einsätze
PriorisierungPriorisierung
Einsatzfaxe der IRLS – Mitte werden durch uns mit Prioritäten versehen & entsprechend abgearbeitet.
Verantwortung
ZuständigkeitZuständigkeit
Die Einsätze werden durch die AFüSt in eigener Verantwortung koordiniert & selbständig abgearbeitet.
Bei länger andauernden Gefahrenlagen nimmt die Leitstelle Mitte auch weiterhin die Hilfeersuchen auf der Notrufnummer 112 entgegen und legt einen Einsatz im Leitsystem an. Dieser wird von der IRLS anschließend per E-Mail an die zuständige AFüSt übermittelt. In der AFüSt geschieht nun die Priorisierung der Einsätze und entsprechende Disposition der erforderlichen Einheiten. Zudem wird eine Lagekarte geführt, um stets einen Überblick über die laufenden Einsätze im Bereich zu behalten.
Alarmübung
Während der Alarmübung am 15. Oktober bekamen wir von der Leitstelle in etwa zwei Stunden 35 unwetterbedingte Einsätze zugeteilt. Unsere Kameraden wurden auf verschiedene Fahrzeuge aufgeteilt und arbeiteten die durch die AFüSt koordinierten Einsätze konzentriert ab. Dabei spielte auch die Funkdisziplin eine große Rolle: Nur das Nötigste reden, Leitungen freihalten – „Das ist verstanden!“.


Während der Übung wurden dann noch zwei sogenannte „Prioeinsätze“ eingespielt: Zum einen ein Einsatz mit Menschenleben in Gefahr, zum anderen ein Feuer in einem Betrieb im Gewerbegebiet. Hier musste aufgrund der absoluten Priorität schnell reagiert werden; die Einsatzkräfte wurden entsprechend zu den zeitkritischen Einsätzen umdisponiert.


Da Sonderlagen wie ein Sturm oder Starkregen in aller Regel über mehrere Stunden andauern, testeten wir parallel zum Einsatzgeschehen auch die Versorgung unserer Einsatzkräfte. Daher wurde die Anfang des Jahres neu gegründete Verwaltungsabteilung ebenfalls „alarmiert“. Diese hatte innerhalb einer Stunde eine Versorgung für die im Einsatz befindlichen Einsatzkräfte in der Wache aufgebaut. Das lief alles reibungslos. Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!


Und unsere Jugendfeuerwehr war selbstverständlich auch dabei. Die Jugendlichen konnten uns Aktiven bei unserer Arbeit in der Abschnittsführungsstelle über die Schulter schauen – unter den wie immer fachlich sehr kompetenten Erläuterungen unseres stellvertretenden Wehrführers Lars Schell, welcher die AFüSt-Übung in unserer Wehr federführend organisierte und deren Umsetzung fachkundig begleitete. Fazit der Übung: Die Alarmierungswege und die Zusammenarbeit mit der Leitstelle Mitte in Kiel funktionieren gut, es konnten alle Einsatzlagen abgearbeitet werden und unsere AFüSt war jederzeit Herr der Lage. Wie immer gibt es natürlich Ideen für weitere Optimierungen, die nun umgesetzt werden sollen, denn: Der nächste Sturm kommt bestimmt!


Die Fotos zeigen von oben nach unten: (1) Die Arbeit der AFüSt mit deren Stammpersonal Annegret Lepschies, Lutz Wehrmacher, Timo Baldowsky, Lutz Johannsen und Dirk Schöne (v.l.n.r.); im Hintergrund erläutert Lars Schell der Jugendfeuerwehr die Arbeit der AFüSt – (2) konzentrierte Arbeit in der AFüSt im Lageraum unseres Feuerwehrhauses in der Bahnhofstraße – (3) Herstellung der Einsatzbereitschaft zur Alarmübung in unserer Fahrzeughalle – (4) unsere Verwaltungsabteilung mit dem von ihr zubereiteten Essen für die Einsatzkräfte – (5) und last but not least die Lagekarte mit markierten Übungseinsätzen, hier in der Lindenstraße, in der Bahnhofstraße und der Straße Am Hang.
Gunnar Gradert – Pressesprecher